Inkunabel mit 128 MB-RAM


Vielleicht ist es ja das Cover, das den wichtigsten Unterschied vom E-Text zum E-Book ausmacht? Hier ist es jedenfalls: der “Einband” für mein neues E-Book “Vom Buch zum Byte”, das am 4. Juli erscheint. Auf einem klassischen E-Reader spielt ein solches Relikt der Gutenberg-Galaxis nicht so eine große Rolle, schon alleine, weil E-Ink eben bisher nur schwarz-weiß darstellen kann. Doch bei der Vermarktung im Internet geht ohne das Bild vom Buch gar nichts – das zeigt schon ein Blick auf die E-Stores der großen Portale. Das von meiner Berliner Kollegin Susanne Weiß entworfene Cover illustriert die zentrale Botschaft des Titels ganz hervorragend, finde ich. Einmal durch die unterschiedlichen Schrifttypen – Fraktur steht dabei für das gedruckte Buch, die serifenlose Type für die elektronische Variante. Der Bildhintergrund simuliert dagegen den allmählichen Übergang vom klassischen Buchrücken aus Leder und dem Buchdeckel aus Karton in eine mikroelektronische Platine. Sozusagen vom Goldschnitt zum vergoldeten Kontakt. Das ist natürlich ein gewisser Kunstgriff, denn E-Books selbst sind immaterielle Güter, man kann sie nicht anfassen. Die Hardware, mit denen E-Books dargestellt werden, aber schon. In diesem Fall blickt man auf eine PC-Speicherkarte mit 128 MB RAM, mittlerweile auch schon wieder so outdated, dass es sich fast um eine digitale Inkunabel handelt…