Vom Buch zum Byte in 80 Worten


Mein E-Book zur Geschichte des E-Books soll nicht zufällig am 4. Juli erscheinen – denn das ist sozusagen der Geburtstag des E-Books. An diesem Tag genau vor 41 Jahren tippte Michael S. Hart an der Universität von Illinois den ersten E-Text ein (mehr dazu in der Leseprobe!). Dabei handelte es sich um den historischen Text der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Indirekt war dieser Akt aber auch eine Art Unabhängigkeitserklärung von der Gutenberg-Galaxis. “Vom Buch zum Byte” fängt sogar noch ein paar Jahre eher an, genauer gesagt 1945. Mich hat nämlich auch die Vorgeschichte interessiert. Und in diesem Jahr veröffentlichte Vannevar Bush seinen berühmten Essay “As we may think”, also “Wir wir denken werden”. Darin beschrieb Bush eine universale Wissensmaschine namens “Memex” – nicht nur ein Archetyp des Personal Computers, sondern durch die darin auftauchende Idee der Verlinkung von Informationen auch der heilige Gral der Hypertext-Historiker. Auf Memex folgt eine kleine Stippvisite in den Sechzigern bei Marshall McLuhan und den zeitgenössischen Bedrohungszenarien der “Gutenberg-Galaxis” – in deren Zentrum damals nicht Buchstaben auf Bildschirmen standen, sondern Bewegtbilder, sprich das Fernsehen. Schließlich gibt’s noch einen Zwischenstopp bei Hans-Magnus Enzensberger. In dessen legendären “medientheoretischen Baukasten” von 1970 gibt’s nämlich bereits ein paar sehr interessante Sätze zum Thema elektronisches Lesen und zur “Aura” des Buches im Zeitalter der elektronischen Massenmedien.

Abb.: flickr/brucesflickr