“Alle Bücher sind E-Books, und das schon seit langem”


Huch, ein Buch ist gar kein Buch? Im traditionellen Sinne tatsächlich nicht mehr. Ein wichtiger Hinweis, den man berücksichtigen sollte, wenn etwa während der Buchmesse wieder mal Loblieder auf bedrucktes Papier gesungen werden. Denn eins wird dabei vergessen: sämtliche Druckvorstufen sind schon seit den Achtziger Jahren digitalisiert worden. So konnte Teleread-Autor Paul St John Mackintosh jetzt mit Fug und Recht argumentieren: “Was man sieht, wenn man in den letzten zwei Jahrzehnten ein Buch aufgeschlagen hat, ist digitaler Text, der zurück übersetzt wurde in ein physisches Printprodukt, um die Distribution über den Buchhandel zu ermöglichen.” Tatsächlich werde ja bereits das Manuskript irgendwann in einen Computer getippt, wenn es nicht überhaupt bereits so entstanden ist. Dann folge das digitale Layout, und auch der eigentliche Druck des Buches habe nichts mehr mit der klassischen “schwarzen Kunst” zu tun, bei der noch Buchstabe für Buchstabe mechanisch gesetzt wurde. Zumeist würden die Druckdaten auch noch digital über große Entfernungen an die Druckerei übermittelt. “Wenn Bücher nicht mit Hilfe von elektronischen Medien gelesen oder distribuiert werden könnten, dann gäbe es gar keine E-Book-Revolution. Es gibt sie nur deshalb, weil alle Bücher schon seit vielen Jahren eigentlich elektronische Bücher sind. Doch erst Amazon und das iPad haben uns dafür die Augen geöffnet.”

Abb.: pni/Flickr